Der erste Importspieler der Engineers

Wer die letzten beiden Spiele der Engineers aufmerksam verfolgt hat, dem dürfte das weiße „A“ auf dem Helm und Trikot eines unserer Spieler nicht entgangen sein. Das „A“ weist in Deutschland laut Regelwerk auf eine Herkunft des Spielers außerhalb der europäischen Union hin. Zumeist wird mit der Markierung allerdings vor allem Eines assoziiert: Importspieler aus den USA.

Um einen übermäßigen Zukauf von semi-professionellen Athleten aus dem Ausland zu unterbinden, hat der American Football Verband Deutschland (AFVD) bestimmte Regeln für diese Spieler festgelegt. Jede Mannschaft darf nur bis zu sechs der entsprechenden Spieler im Spieltagskader haben, wobei nur jeweils zwei der Spieler gleichzeitig auf dem Platz stehen dürfen. Und damit es die Schiedsrichter nicht ganz so schwer haben bei der Kontrolle dieser Regel, gibt es die „A“-Markierungen.

Bei den Engineers wurde seit ihrer Gründung die Meinung vertreten, dass man in Deutschland auch ohne Importspieler erfolgreichen Football spielen und bis in die GFL 2 aufsteigen kann. Bisher geben ihnen die Ergebnisse Recht: Bei ihren bisher sechs Aufeinandertreffen mit Mannschaften, die bezahlte Imports in ihren Reihen hatten, gingen die Engineers fünfmal als Sieger vom Platz.

Nun aber doch ein „A“ im Kader der Mannschaft. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um einen klassischen Importspieler, sondern um einen Austauschstudenten aus den USA. Robby Honer, der seit Ende April mit der Mannschaft trainiert, stammt aus Angola, Indiana und studiert Maschinenbau an der Purdue University. Über das Austauschprogramm des AK GEARE verbringt er das laufende Semester am KIT.

Friday Night Lights in Indiana

Robby Honer verbrachte den Großteil seiner Schulzeit in der 8000-Einwohner Stadt Angola, wo die Friday-Night Highschool Football-Spiele ein Gemeinschaftsevent für die ganze Stadt darstellen. Zuerst als Quarterback eingesetzt, wechselte er zum Ende seiner Karriere hin auf die Defensive Line. Nach der Highschool hängte er seine Footballschuhe an den Nagel und widmete sich fortan an der Purdue University seinem zweitliebsten Hobby, dem Rugby Spielen.

Nach Auslandsaufenthalten in Australien und Italien landete Robby schließlich am KIT. Dort angekommen fand er über die Flyer-Aktionen der Engineers seinen Weg in das Anfängertraining der Mannschaft und wurde von dort direkt weiter in die Herrenmannschaft geschickt.

„Ich kann immer noch kaum glauben, dass es hier eine American Football Mannschaft gibt. Ein alter Trainer von mir hat einmal gesagt, dass er alles dafür geben würde, noch ein letztes Football-Spiel absolvieren zu können. Deswegen musste ich nicht lange nachdenken und habe die Gelegenheit sofort ergriffen!“

Robby Honer bereits fleißig am Trophäen-Sammeln

Die ersten Spiele für die Engineers absolvierte Robby beim UniBowl, wo er direkt seinen ersten Titel mit der Mannschaft gewann. Bei seinem zweiten Ligaspiel in Biberach wurde der 21-jährige dann sogar zum Spieler des Spiels auf Seiten der Engineers gewählt und durfte eine weitere Trophäe mit nach Hause nehmen. Als Defensive End hatte er dafür gesorgt, dass sein Landsmann Michael van Deripe einen mehr als ungemütlichen Nachmittag erleben musste.

Zwar ist Robby erst seit weniger als zwei Monaten Teil der Engineers, trotzdem ist er bereits mitten im Team angekommen. Seine Erfahrung und seine Begeisterung für den Sport sind eine große Bereicherung für die Mannschaft, aber auch für den Amerikaner ist sein Gastspiel bei den Engineers ein großartiges Erlebnis.

„Die Leute hier sind nicht wie ich mit dem Football aufgewachsen. Trotzdem spielen sie mit der gleichen Leidenschaft und Intensität, was ich absolut fantastisch finde! Ich wurde vom ersten Tag an von ihnen willkommen geheißen und kann es kaum erwarten, auch die restliche Saison für die Engineers zu spielen! Wer weiß, vielleicht lerne ich dabei sogar ein bisschen Deutsch…“

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